Während es in Belgrad regnete und ich unter dem Dach der Herberge s...

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Sep 5, 2017 23:52 #impbased #mariapetrova
Während es in Belgrad regnete und ich unter dem Dach der Herberge saß, war es an der Zeit, die ersten Worte über diese Stadt zu schreiben.

Seiner Erscheinung nach könnte Belgrad ruhig eine russische Stadt gewesen sein. Im Ernst es hätte gut gepasst.
Die merkwürdigen Taxifahrer am Flughafen, die genau so beharrlich wie in Moskau, einem die Fahrt anbieten, die gleichen kleinen Geldwechsel-Punkte im Stadtzentrum (die auf Serbisch "menjačnica" heißen), Strümpfenverkaufsstellen in den Unterführungen. Alles ist irgendwie vertraut und psychologisch verständlich.
Orthodoxe Kirchen, grüne Straßen und Birken am Ufer der Donau. Und die blühende Linden.

Die Uferstraße ist übrigens mit Fischern gefüllt.
Als jemand, der den größten Teil seines Lebens in Sankt Petersburg verbracht hat, bin ich von der Stadtfischerei nicht überrascht. Nun, es gehört sich so, eine Dose mit den Würmern zu nehmen, in seine alte Joggingshose reinzuschlüpfen und sich auf der Englischen Promenade gemütlich zu machen, direkt gegenüber irgendeinem Konsulat.
Ein einziger Unterschied: hier sitzen mit der Spinnenangel nicht nur Typen in Joggingshosen, sondern auch Damen in Stöckelschuhen, junge Männer in Anzügen und sogar Kinder. So.

Und abgesehen von den Strümpfen und Taxifahrern: Belgrad sieht aus wie eine Stadt mit schönen, großen, lächelnden Menschen, gemütlichen Cafes, Bäckereien, kleinen Läden und blühenden Linden.

Sehr lebendig, laut und sehr ruhig zugleich. Und ganz vielfältig (c).