Mephistopheles versus Satan - Teil 2

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Feb 14, 2013 15:32
Mephistopheles versus Satan - Teil 2

Beide Figuren haben keine Macht über den Reinherzigen. Faust will Margarete haben, aber Mephistopheles sagt, dass er keine Macht über sie hat, weil sie unschuldig ist: „Es ist ein gar unschuldig Ding/Das eben für nichts zur Beichte ging/Über die hab ich keine Gewalt“ (S. 75, V. 2624-2626). Es ist auch bei dem Teufel der Bibel so, dass wenn man sich an Gott weiht, wird man von dem Teufel geschützt: „So seid nun Gott untertänig. Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch“ (Jakobus 4:7).

Man könnte sagen, dass Mephistopheles gewiss nicht Satan ist, weil er in der Hexenküche sagt: „Den Namen, Weib, verbitt ich mir!/Er ist schon lang ins Fabelbuch geschrieben“ (S. 72, V. 2505, 2507). Jedoch ist es meiner Meinung, dass das auch eine List ist, denn der Teufel der Bibel hat auch viele Namen: „Engel des Lichtes“ (2 Korinther 11:14), „Tier“ (Offenbarung 14:9-10), „Drache“ (Offenbarung 12:9), „Gott dieser Welt“ (2 Korinther 4:4), „Versucher“ (Matthaeus 4:3), „Stern“ (Offenbarung 9:1) „Beelzebub“ (Matthaeus 12:24) und „Schlange“ (1 Mose 3:1). Übrigens nennt Faust Mephistopheles auch Schlange in der Szene „Wald und Höhle“ (S. 97, V. 3324).

Zusätzlich behauptet Mephistopheles von edlem Geblüt zu sein: „Du nennst mich Herr Baron, so ist die Sache gut/Ich bin ein Kavalier, wie andre Kavaliere/Du zweifelst nicht an meinem edlen Blut“ (S. 72, V. 2510-1512). In der Bibel wird Satan auch „König“ genannt. Er ist „König von Babel“ (Jesaja 14:4), „König des Abgrunds“ (Offenbarung 9:11) und „König zu Tyrus“ (Hesekiel 28:12).
Mephistopheles will die Menschen überzeugen, dass er nicht ganz böse ist. Wir können das spüren, wenn wir sehen, wie er dem Herrn antwortet, als er Mephistopheles fragt, wie er es auf der Erde findet: „Ich find es dort wie immer, herzlich schlecht/Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen/Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen“ (S. 10, V. 296-298). Dagegen wird es von seiner Handlungen klar, dass er in der Wirklichkeit kein Mitleid mit der Menschen hat. Ganz im Gegenteil ist er total auf der Zerstörung der Menschen gerichtet. Man muss nur am Ende der Geschichte „Faust“ schauen, um zu sehen, dass er Gretchen total ruiniert. Wenn er wirklich „die armen nicht plagen“ will, dann würde er Faust nicht überzeugen, Margarete zu verführen. Auch Faust zweifelt sich und fühlt sich schuld, dass er das Leben Margaretes ruinieren wird, aber Mephistopheles neckt ihn bis er nachgibt: „Nur fort, es ist ein großer Jammer/Ihr sollt in Eures Liebchens Kammer/Nicht etwa in den Tod“ (S. 97, V. 342-344). Dass Mephistopheles in Realität nur die Zerstörung den Menschen will, so ist es auch bei dem Teufel der Bibel: „Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge“ (1 Petrus 5:8).