Opa (zweiter Teil)

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Mar 3, 2014 22:27
Opa lebte noch, als ich zum ersten Mal nach Japan kam. Ich wohnte in Yokohama und ein Morgen klang der Telefon. Es war Opa.
"Fandebach, wie geht's in Japan?"
"Es geht gut, Opa."
"Hör zu, ich hab eine Frage. In Japan verehrt man noch der Kaiser?"
Ich lachte. "Nein, nein, man macht das nicht mehr."
"Wie geht's in Tokyo? Hat man sich vom Bombenabwurf erholt?"
Ich lachte noch einmal. "Ja .. ja ... Tokyo hat sich gut erholt. Aber ich wohne nicht
in Tokyo, sondern Yokohama."
"Ach ja, Ich weiß Yokohama! Die Hauptquartiere von MacArthur war eine Zeit lang da."
"Opa ... Japan hat sich seit den vierzigern Jahren viel geändert. Es ist wirklich eine sehr moderne technische Gesellschaft."
Eine Pause und dann ...
"Technische, oder? ... Na gut ... man macht da gutes Radios, nicht wahr!"
...
Opa und seine Generation hatten Probleme mit Japan. Während dem Krieg wurden viel kandische Soldaten -- einige seiner Freunden aus seinem Hauptstadt -- eingefangen und sie leideten schrecklich in japanischen Gefangenenlager. Sein bester Freund und Schwager hasste Japan. Er konnte nie den Grund dafür verstehen, dass ich hier wohnen wollten. Opa war wenig schmerzlich.

Jedoch hatte er einmal eine unglückliche Erfahrung mit Japaner. Sein ganzes Leben war Opa ein ernshafter Golfer und nach seinem Ruhestand zogen er und meine Großmutter nach Kalifornien er. Er war sehr aufgeregt, weil endlich sein Haus neben einem weltbekannten Golfplatz sein würden, wo er jeden Tag spielen könne. Aber ... ein Monat nach schoßen sie den Verkauf ab, kaufte eine japanische Firma den Golfplatz, den sie ausschließlich für Firmenmitglieder benutzten, daher konnte Opa da nicht spielen. Er war wütend. Danach liebte er nicht sehr viel Japan. Aber er nannte Revanche dafür. Zehn Jahre später ging die Firma bankrott.

Opa lebte nicht meine schöne japanische Frau zu sehen. Schade. Aber Oma lebte noch, als ich heiratete. Wir hatten unsere Flitterwochenreise in Kalifornien und Las Vegas. Natürlich liebte Oma meine Frau, als sie uns trafen. Ich bin sicher, wenn Opa lebend wäre, würden sie ihm auch sehr viel gefallen.

(Das Ende vom zweiten Teil)