Lügenpresse

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Jul 10, 2017 03:50
Lügenpresse

Lügenpresse ist ein infamer Begriff. Er wird mit einem gewissen Diktator in Verbindung gebracht um den Sager im Schatten des Verdachts zu stellen. Gesagt wird es natürlich nicht, aber unterstellt wird es, dass wenn Herr H. „A“ behauptet haben soll, dann muss „A“ schlimm sein. Das eine Art von Argumentum ad hominem oder genauer gesagt, Reduction ad Hitlerum.
Das Problem darin liegt, dass die Wahrheit einer Aussage nicht im den Ruf des Sagers liegt, sondern in der Aussage selbst.
Bei folgender Aussage: „Die Erde ist eine Kugel“ ist es völlig egal wer das zum Wort bracht, um die Wahrheit nachzuprüfen.
Das ist aber nicht alles. Wie in vielen anderen Fällen hat H. auch diesen Begriff abgeschrieben. Wer sich mit dem Thema Presse auseinandergesetzt hat, der weiß Bescheid, dass der Begriff uralt ist, genauso alt wie die Presse selbst.
Die ersten Zeitungen haben die Meinungen und Weltanschauungen des Geldgebers widergespiegelt wie sie es heute tun.
Ein wesentlicher Unterschied war aber, dass für eine gewisse Zeit die Zeitungen klare Kante zu zeigen pflegten. An Titel wie „Der Republikaner“ oder „Der Monarchist“ waren schon die Tendenzen klar.
Unter den Deckmantel der Unabhängigkeit und Neutralität versuchen die Medien die eigene Weltanschauung zu injizieren. Ihnen ist es gelungen.
Der Begriff Lügenpresse ist aber irreführend, weil die sogennante Lügenpresse viel mehr als nur lügen tut. Sie verbreitet Meinungen getarnt als Fakten, Halbwahrheiten, Wahrheiten ohne Zusammenhang unter anderen.
Ein guter Beispiel wäre ein Text von Theo Sommer von „Die Zeit“.
Etwa 2014 verfasste er ein Artikel, der nicht mehr leicht zu finden ist. Es geht um das Thema Einwanderung, und selbstverständlich hat dieser Sprachrohr des Systems schöne Worte.
Die Argumentenkette war so (prekär):
XX Millionen Einwanderer arbeiten in Deutschland. Sie zahlen Steuer und auch Milliarden in die Sozialkassen. Sie sind somit ein Gewinn für Deutschland. Punkt.
„Vergessen“ hat er aber zu erwähnen, dass viele Einwanderer nicht arbeiten ( zurzeit des Textes etwa 1 Million) und dass viele deutsche diese Stellen aufnehmen können. Nach der Website Migrantenwatch (Vereingnites Königreich) kostet die Einwanderung mehr als sie zur Gesellschaft beitragt.
Aber eine Gesellschaft ist viel mehr als eine gut funktionierende Wirtschaft. In einer Studie von Putnam (2006) zeigt er, dass desto vielfältiger eine Gesellschaft wird, desto schwächer wird auch die Solidarität. Sowie das gegenseitige Vertrauen als auch das Vertrauen an die Politiker senken zusammen.
Das Individuum distanziert sich von der Gemeinschaft, mit der er nicht viel gemeinsam hat, und glotzt.
Dass die Journalisten nicht einmal an solche Probleme nicht heranwagen, zeigt uns deutlich wofür sie stehen und welchen Journalismus sie machen.