Erlernte Dummheit

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Apr 12, 2013 20:40
Ich habe einen Satz gelesen, der mir gefällt. "Sobald ich begann, das zu verstehen, was ich eigentlich auf Deutsch säge, hört ich auf zu sprechen". (Ich habe ihn ein bisschen interpretiert, um zu meinen eigenen Umständen zu passen). Ich kenne das Gefühl. Je mehr ich lerne, desto mehr bin ich mir der klaffenden Leere in meiner Sprachfähigkeit bewußt. Je mehr ich lerne, umso mangelnd fühle ich mich.

Heute morgen regnete es hart. Ich fragte mich, wie man das auf Deutsch beschreiben würde. Etwas wie: "es regnet in Streifen"? Aber das klingt nicht richtig. Gibt es "Streifenregen" in Deutschland? Wahrscheinlich nicht. Wie wäre "Katzundhundenregen"? Es gefällt mir, aber wahrscheinlich verrat ich dabei meine Wurzeln. Aaah, ich denke an etwas, es liegt mir auf der Zunge...

"Es schüttete...down...herunter...runter...unter...ab" ? Oder "Erschüttete"? "Verschüttete" ? Sollte das ein "ü" oder "u" sein? Wie soll ich das wissen? Ich lerne Deutsch seit sechs Jahren, ich sehe mir jeden Tag den Wetterbericht an, und ich weiß noch nicht wie man Regen einstuft. Es hat mir hundert Tage benötigt, um zu lernen, dass die Temperatur "liegt bei" irgendwelche Zahl von Graden. Wie werde ich je umfassenden wissen, das Wetter in seinem glorreichen Vielfalt zu beschreiben? Was wenn ich eines Tages Schnee mit ein Islander besprechen muss? Das ganze Projekt is vom Anfang aus auf Versagen bestimmt.

Aha, "es gießt". Ich hätte das früher nachschlagen sollen. Hoffentlich hat der Regen wenigsten all den Kies, der auf das Eis gestreut wurde, weggewaschen.