Siebzehn (b)

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Mar 17, 2012 21:52
Ich habe diese/letzte Woche das Buch "Die Unperfekten" gelesen.

Die Charaktertypen sind wesentlich die Echten, die wir all schon aus dem Büroleben kennen:
Der Getriebene, der Fleißige, der Faulenzende, der Pingelige, der Herabgesetzte usw.
Die Wichtigkeit der intimen und beruflichen Beziehungen und des Ehrgeizes ist auch genau dargestellt. Trotzdem fand ich das tatsächliche Benehmen und die Dialoge der Protagonisten übertrieben und unplausibel, sogar lächerlich. Es war sicher nicht dazu hilfreich, dass das Hörbuch in einer so theatralischen Art von dem Sprecher gelesen wird. Tatsächlich musste ich es unverzüglich von meiner Festplatte löschen, so irritierend war es. Das ist, trotz meiner berüchtigten Pingeligkeit, sehr seltsam.

Trotz meines Unmuts, habe ich das Buch bis Ende ganz schnell gelesen. Das Buch ist mehr, wie eine Sammelung von Kurzgeschichte, als ein Roman, obwohl es einen dicken roten Faden durchaus gibt und manche Charaktere in anderen Kapiteln wieder auftreten. Trotz ihrer Dummheit, sind die kleinen Geschichte ganz leicht lesbar und ich musste fast zwanghaft jedes Kapitel lesen, um es herauszufinden, was mit den seichten, unglaubwürdigen, Charaktere passieren würde.

Ich kann es nicht erklären, aber manche Schrifsteller schöne Wörter und Sätze schreiben können und andere verführerische Geschichte.

Ich glaube aber, dass der wahre Grund warum er solche gute Rezension bekommen hat, ist, dass die meisten Kritiker bei Zeitungen arbeiten und es interessant oder sogar schmeichelhaft finden, dass jemand über die Zeitungsindustrie schreiben würde.

Es gab am Einband eine Zitation, die behauptet, dass der Autor die grosste Vorauszahlung des letzen Jahrzehntes für diesen Roman bekommen hatte. Wenn ein Roman solches angibt, sollte man damit verstehen, dass er wahrscheinlich keine große Literatur wird.