Theorie und Praxis

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May 3, 2012 03:20
Einige meiner Studenten haben mich gebeten, ein Kurs über asiatische Philosophien zu geben. Vor zehn Jahren habe ich einen unterrichtet. Sie haben davon gehört und haben mich gebeten, ob ich ihn wieder mal geben könnte. Ich mag das Thema und habe gedacht, es gut wäre, meine Routine ein bisschen zu ändern. Ich werde den Kurs nächstes Semester unterrichten, also habe ich schon angefangen, ihn vorzubereiten. Der Kurs wird sich mit dem Hinduismus, dem Taoismus, dem Buddhismus, und ein bisschen dem Konfuzianismus befassen. In meinem akademischen Leben habe ich viele Kurse unterrichtet aber plötzlich habe ich gemerkt, dass dieser mich vor ein Problem stellt. Das Problem ist nicht theoretisch sondern praktisch. Für die überwältigende Mehrheit der Fächer gibt es kein Konflikt zwischen Theorie und Praxis. Das heißt, dass wir nicht erwarten, dass ein Lehrer entsprechend der, was er unterrichtet, leben sollte. Im Fall eines Physikers ergibt es sich keine Gelegenheit für einen Konflikt. Im Fall des Buddhismus z.B. denke ich, dass es vielleicht gibt. Für diese Philosophien (und auch für die alte griesche Philosophen theoretisiert man, um ein gutes Leben zu leben. Ich hätte kein Problem, meine Studenten die Theorien des Buddhismus zu lehren aber es wäre, denke ich, wie sie Billard zu lehren, indem ich über Winkel, die Geschwindigkeit, den Widerstand und andere Sachen des Physiks zu sprechen. Sie würden Billard gut verstehen aber nicht gut spielen. Das Punkt ist, dass ich denke, um den Kurs wirklich gut zu unterrichten, müsste ich einen alten Zenmeister sein!
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