Liebe und Buddhismus
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Heute Abend werde ich zu einem Vortrag über den Buddhismus gehen. Der Redner ist Amerikaner und hat drei Bücher über das Thema geschrieben. Es gefällt mir, was er über den Buddhismus sagt, weil er Atheist ist und er nicht an das Karma glaubt. Er glaubt an das Karma in diesem Leben aber nicht an vorige Leben. Was man hier tut, wirkt auf seine künftige Erfahrungen aus aber nicht auf angenommene künftige Leben. Aber es gibt etwas, was ich nicht verstehe und ich seine Meinung möchte wissen. Das Problem ist die Liebe. Der Buddha lehrt, dass die Quelle des Leidens unsere Anhänglichkeit von der Sachen ist. Im Fall der Liebe, die eine kräftige Emotion ist, geht man eine kräftige Verbindung mit anderem ein. Wegen des Todes oder der Seitensprünge wird eines Tages diese Verbindung brechen und wird einer der beide leiden. Es scheint so, dass, um diese Situation zu vermeiden, man eine Haltung von Indifferenz gegenüber seinem Geliebte haben soll. Aber das ist verrückt! Wie können die Liebe und die Indifferenz zusammen gehen?

Es gefällt mir, was er über den Buddhismus sagt, weil er Atheist ist und (er) nicht an (das) Karma glaubt.
Er glaubt an (das) Karma in diesem Leben aber nicht an vorige Leben.
Was man hier tut, wirkt sich auf seine zukünftige Erfahrungen aus aber nicht auf eventuelle (/theoretische) zukünftige Leben.
Aber es gibt etwas, was ich nicht verstehe und worüber ich seine Meinung wissen möchte.
Der Buddha lehrt, dass die Quelle des Leidens unsere Anhänglichkeit von der Sachen (?) ist.
Im Fall der Liebe, die eine starke Emotion ist, geht man eine starke Verbindung mit anderem ein.
Wegen des Todes oder der Seitensprünge wird diese Verbindung eines Tages brechen und einer der beiden wird leiden.
Es scheint als sollte man, um diese Situation zu vermeiden, eine gleichgültige Haltung gegenüber seinem Geliebten (männlich! Neutral: Partner) haben.
Wie können die Liebe und die Gleichgültigkeit zueinander passen (/koexistieren)?
indifferent und Indifferenz gibt es zwar, gleichgültig und Gleichgültigkeit sind aber viel häufiger und werden auch viel eher verstanden :)
Nicht schlimm, ich dachte mir nur, dass du nicht von einem männlichen Partner sprechen würdest :D (seiner Geliebten (f) /seinem Geliebten (m) /seinem Partner (n))
Es gibt "zusammen gehen", aber ich denke, das würde man fast nicht sagen. "zusammen/zueinander passen" ist besser, oder eben "koexistieren", dabei klingt das auf Deutsch natürlich genauso hochsprachlich und leicht unnatürlich wie im Englischen :)
Der Redner ist Amerikaner und hat drei Bücher zum Thema geschrieben.
Der Buddha lehrt, dass die Quelle des Leidens unsere Anhänglichkeit an die Dinge ist.
[ Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Buddha .]
Demnach ist Siddhartha Gautama kein Platzhalter für den Gott der Monotheismen, sondern eines von mehreren Wesen, deren jedes als Buddha zu bezeichnen ist.
Der Begriff "der Buddha" kann daher nicht durch "Buddha" ersetzt werden.
"Buddha" ist kein Titel, denn Titel werden verliehen. Ein Buddha dagegen ist ein ontologischer Zustand.
[2]
Eine fehlende Erläuterung, um welches Individuum es bei einer Aussage geht, schließt keineswegs die Verwendung des bestimmten Artikels aus.
Gattungsbegriffen z.B. wird typischerweise der bestimmte Artikel vorangestellt, ohne dass von bestimmten Individuen die Rede ist:
"Der Bär hält Winterschlaf."
"Die Krankheit ist des Menschen größter Feind."
"Das Haus bietet dem Menschen Schutz."
Ebenso ist die Aussage
"Der Buddha lehrt"
eine Aussage zum Gattungsbegriff "Buddha".
[3]
Falls aus dem Kontext hervorgeht, dass Siddhartha Gautama gemeint ist, stellt die Benennung als "Buddha" statt "der Buddha" eine ebenso grobe Verfälschung dar wie ein Benennungswechsel von
"Der Gott schleuderte seine Blitze"
zu
"Gott schleuderte seine Blitze".
Mit bestimmtem Artikel ==> Es gibt mehrere Exemplare dieser Art.
Ohne Artikel ==> Dies ist das einzige Exemplar seiner Art.
[4]
Die Verwendung des Begriffs "Buddha" ohne Artikel ist symptomatisch für Angehörige der westlichen Kulturkreise, die gerne den Buddhismus für eine Religion halten, in der Siddhartha Gautama = Buddha = Gott ist.
Titel werden in der Tat verliehen, und eben deshalb ist "Buddha" ein Ehrentitel, den sich Siddharta nicht selbst gab, sondern der ihm verliehen wurde, nachdem er die Erleuchtung erlangt hat. Inwiefern man diese Bezeichnung auch als Zustand definieren möchte, und dabei vielleicht auf die ursprüngliche Bedeutung von "Der Erwachte" zurückgreifen möchte ändert dabei nichts am Status des Titels der schon vor Siddharta Gautama und auch heute noch in Asien verliehen wird.
[2]
Dieser Erklärung könnte ich hier zustimmen, wenn man wie bei den genannten Beispielen auch verallgemeinert davon sprechen könnten, dass alle Buddhas lehren, was die Quelle unseres Leidens ist. Da hier aber dann von vielen verschiedenen Personen mit dieser Bezeichnung die Rede wäre, trifft das wohl hier auch nicht zu.
[3]
Ich bin nicht der Auffassung, dass das eine "Verfälschung" ist. Natürlich setzt diese Benennung einen (kulturellen/religiösen) Hintergrund voraus, der darüber entscheidet, ob man unter "Gott" anstelle von "der Gott" nun bspw. Jahwe, Allah, Zeus oder Odin versteht. Da der Text nun ein deutscher Text ist, und der durchschnittliche deutsche Leser (siehe Argument 4) "Buddha" als die historische Persönlichkeit des Siddharta Gautama versteht ist die Änderung nicht per se falsch, sondern bestenfalls eine Anpassung an die Zielgruppe der Leser.
[4]
Ich weiß es mit Sicherheit besser, als den Buddhismus als eine "Religion" (in Ermangelung einer Definition für Religion) oder gar als einen Monotheismus zu verklären, stimme aber wie bereits erwähnt mit der Auffassung in unserem Kulturkreis überein. Außerdem bezweifle ich, dass es umgekehrterweise richtig wäre, in einem Text "Gott" zu "Der Gott" zu ändern, nur aus der Tatsache heraus, dass es in den Kulturen und Religionen dieser Welt unzählige Götter gab und gibt, da der Begriff Buddha schon als Titel breitgefächert genug ist, ohne überhaupt von Inkarnationen wie bspw. Amida bzw. Amithaba Buddha anzufangen.